Heute berichtet das Schwäbische Tagblatt über uns.
http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Tuebinger-Lehramtsstudenten-unterrichten-Fluechtlinge-in-einem-Uni-Seminar-290523.html (paywall)
UPDATE: Der Tagblatt-Artikel ist bei der Vector Stiftung abrufbar.
3. Juni 2016
25. Mai 2016
Raum Mathematische Knobeleien
Ein Beitrag von Alicia Bitzer
In unserem Raum war die Verwirrung erst einmal groß: Wie können wir wissen, wie viele Münzen die Teilnehmer*innen unter welchem Becher versteckt haben? Passend zum Titel unseres Zimmers war das Eingangsexperiment des „Knobelraums“ nämlich der sogenannte Münzenzauber. Die Teilnehmer*innen verteilten 13 Schokomünzen beliebig auf einen roten und einen blauen Becher, vollzogen eine einfache Rechnung und teilten uns dann das Ergebnis mit. Innerhalb von wenigen Sekunden sagten wir dann die Anzahl der Münzen ohne die Becher auch nur berührt zu haben. Viele meinten wir hätten geschaut oder es sei Zufall und ließen uns das Experiment deshalb wieder und wieder machen. Nach und nach weihten wir einige Teilnehmer*innen in die Lösung des Rätsels ein und so konnten sie den Münzenzauber auch miteinander machen. Er schien auch nach vier oder fünf Malen seine Magie noch nicht verloren zu haben und sorgte für einige lustige Momente. Von diesem Experiment ging es dann an die verschiedenen Tische.
So konnten die Teilnehmer*innen zum Beispiel die detaillierte mathematische Auflösung des Münzenzaubers erfahren und am Gleichungstisch gleich weitermachen, den Folgentisch besuchen oder Streichholzrätsel lösen. Für besonders Schnelle hatten wir ein weiteres Knobelrätsel vorbereitet. Wir hatten es uns außerdem zum Ziel gemacht an jedem Tisch Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad anzubieten, sodass jede*r die Möglichkeit hat, je nach Interessenslage jeden Tisch zu besuchen. Es gab also an Tisch 1 leichte, mittlere und schwierige Zahlenfolgen, an Tisch 2 einfache Gleichungen sowie komplizierte Zahlenrätsel und an Tisch 3 wurden manche Streichholzrätsel auf den ersten Blick gelöst, während andere einiges an Kopfzerbrechen verursachten.
Manche Teilnehmer*innen arbeiteten am liebsten für sich selbst, andere wollten konkrete Anleitung. Dies war vor allem auch den unterschiedlichen Vorkenntnissen geschuldet, welches aber im Großen und Ganzen kein Problem darstellte. Vom Einmaleins bis zur partiellen Integration haben wir bei uns im Raum alles erlebt – und genau das ist es ja, was diese 1,5 Stunden in der Woche so spannend machen. Die Kommunikation mit den Teilnehmer*innen gestaltete sich weitaus einfacher als wir gedacht hatten und viele haben uns sogar ein paar Vokabeln beigebracht. Aus diesem Projekt resultierten also bisher nicht nur viel Spaß sondern auch neue Arabischkenntnisse. ;)
In unserem Raum war die Verwirrung erst einmal groß: Wie können wir wissen, wie viele Münzen die Teilnehmer*innen unter welchem Becher versteckt haben? Passend zum Titel unseres Zimmers war das Eingangsexperiment des „Knobelraums“ nämlich der sogenannte Münzenzauber. Die Teilnehmer*innen verteilten 13 Schokomünzen beliebig auf einen roten und einen blauen Becher, vollzogen eine einfache Rechnung und teilten uns dann das Ergebnis mit. Innerhalb von wenigen Sekunden sagten wir dann die Anzahl der Münzen ohne die Becher auch nur berührt zu haben. Viele meinten wir hätten geschaut oder es sei Zufall und ließen uns das Experiment deshalb wieder und wieder machen. Nach und nach weihten wir einige Teilnehmer*innen in die Lösung des Rätsels ein und so konnten sie den Münzenzauber auch miteinander machen. Er schien auch nach vier oder fünf Malen seine Magie noch nicht verloren zu haben und sorgte für einige lustige Momente. Von diesem Experiment ging es dann an die verschiedenen Tische.
So konnten die Teilnehmer*innen zum Beispiel die detaillierte mathematische Auflösung des Münzenzaubers erfahren und am Gleichungstisch gleich weitermachen, den Folgentisch besuchen oder Streichholzrätsel lösen. Für besonders Schnelle hatten wir ein weiteres Knobelrätsel vorbereitet. Wir hatten es uns außerdem zum Ziel gemacht an jedem Tisch Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad anzubieten, sodass jede*r die Möglichkeit hat, je nach Interessenslage jeden Tisch zu besuchen. Es gab also an Tisch 1 leichte, mittlere und schwierige Zahlenfolgen, an Tisch 2 einfache Gleichungen sowie komplizierte Zahlenrätsel und an Tisch 3 wurden manche Streichholzrätsel auf den ersten Blick gelöst, während andere einiges an Kopfzerbrechen verursachten.
Manche Teilnehmer*innen arbeiteten am liebsten für sich selbst, andere wollten konkrete Anleitung. Dies war vor allem auch den unterschiedlichen Vorkenntnissen geschuldet, welches aber im Großen und Ganzen kein Problem darstellte. Vom Einmaleins bis zur partiellen Integration haben wir bei uns im Raum alles erlebt – und genau das ist es ja, was diese 1,5 Stunden in der Woche so spannend machen. Die Kommunikation mit den Teilnehmer*innen gestaltete sich weitaus einfacher als wir gedacht hatten und viele haben uns sogar ein paar Vokabeln beigebracht. Aus diesem Projekt resultierten also bisher nicht nur viel Spaß sondern auch neue Arabischkenntnisse. ;)
24. Mai 2016
Pfingstferien
Die Pfingstpause der Uni ist bereits vorbei, aber Schulferien sind diese Woche noch. Daher war der Ansturm heute sehr überschaubar. So gab es für die wenigen Teilnehmer Einzelunterricht. Nächste Woche geht es dann in alter Frische weiter!
Raum Wahrscheinlichkeiten: Wenn Mathematik auch mal zur Nebensache wird
Ein Beitrag von Paulina Bollinger
In den ersten drei Wochen hat sich unser Raum mit Wahrscheinlichkeiten und allem, was dazu gehört, beschäftigt. Unsere Themen waren also Bruchrechnen, Baumdiagramme und einfachere sowie schwierigere Übungen zu Wahrscheinlichkeiten, die sogar ganz allgemein formuliert werden sollten.
In der ersten Woche waren wir alle noch sehr nervös, genauso wie unsere Teilnehmer*innen. Wir waren besorgt, was sie wohl von unserem Projekt und unseren Plänen halten würden. Obwohl wir uns schon vorher mit der/dem einen oder anderen unterhalten hatten, war das erste Zusammentreffen im Raum dennoch etwas holprig. Diese Spannung hat sich aber innerhalb weniger Minuten in Luft aufgelöst und alle waren sehr locker und entspannt. Am ersten Tisch unseres Raums durften die Teilnehmer*innen ein berühmtes Wahrscheinlichkeitsproblem nachstellen, das unter dem Namen des „Ziegenproblems“ bekannt ist. Hierfür wurden drei Becher verkehrt herum auf den Tisch gestellt. Nur unter einem war ein kleiner Preis, in unserem Fall ein Schokobon, versteckt. Die Teilnehmer*innen sollten auf einen Becher zeigen und ein anderer, leerer Becher, wurde aufgedeckt. Jetzt stellten wir ihnen die Frage, ob sie bei der Wahl ihres Bechers bleiben oder lieber wechseln wollten. Die wenigsten haben versucht, für das Problem eine mathematische Lösung zu finden, fast alle entschieden aus dem Bauch heraus.
Am nächsten Tisch haben wir das Problem aufgelöst, bzw. wir haben es versucht. Hierbei wurde sehr schnell klar, wer sich schon einmal intensiver mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigt hatte und wem das alles komplett neu war. Daraufhin fiel es uns leichter, das Vorwissen der Teilnehmer*innen richtig einzuschätzen und mit ihnen andere Aufgaben anzugehen.
Wir hatten drei weitere Stationen in unserem Raum aufgebaut. An der ersten wurden grundlegendere Sachen wie das Bruchrechnen oder auch Grundrechenarten geübt. An der zweiten wurden erste Berechnungen zu Wahrscheinlichkeiten vorgenommen mithilfe von Münzen, Würfeln und Spielkarten. Am letzten Tisch haben wir schwierige Übungen vorbereitet, bei denen vom Ziegenproblem auf noch komplexere und allgemeinere Aufgaben geschlossen werden sollte.
Für unseren Raum hatten wir zwar im Voraus alles genau geplant, uns wurde allerdings schnell klar, dass wir unseren Plan das eine oder andere Mal über den Haufen werfen müssen. Sehr hilfreich waren unsere vorbereiteten Arbeitsblätter, da wir Studierenden nicht nur am vorgesehenen Tisch gearbeitet haben, sondern sehr flexibel vom einen zum anderen Tisch gewandert sind oder uns für bestimmte Teilnehmer*innen andere Übungsblätter besorgt haben. Es war sehr schwierig, Teilnehmer*innen zu einem anderen Tisch zu schicken, um mit einfacheren Übungen zu beginnen, weshalb wir jeweils auf andere Aufgabenblätter zurückgegriffen haben, um mit ihnen am gleichen Tisch weiterzuarbeiten.
Insgesamt war die Stimmung schon nach wenigen Minuten sehr ausgelassen, es herrschte kein Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern es war eher ein Miteinander-Lernen. Das eine oder anderen Mal sind wir vom Thema abgewichen, es wurde nicht ausschließlich über Mathematik geredet. Dabei kam es durchaus vor, dass uns ein*e Teilnehmer*in daran erinnert hat, mit unseren Aufgaben weiter zu machen. Dies zeigte uns wieder einmal deutlich, wie motiviert sie waren. Einige haben sogar nach Hausaufgaben gefragt, damit sie zu Hause weiter üben können und ein paar Teilnehmern gefiel es in unserem Raum so gut, dass sie in der nächsten Woche den Raum überhaupt nicht wechseln wollten, wie es eigentlich vorgesehen war. Aber da die Anzahl der Teilnehmer*innen in der zweiten Woche etwa gleichblieb, hatten wir auch die Kapazitäten, um mit diesen Leuten weiterhin in unserem Raum arbeiten zu können.
Unsere Vorgehensweise hat sich während der drei Wochen kaum verändert, am meisten wurde das Bruchrechnen geübt, sehr schwierige Aufgaben kamen nur ein bis zwei Mal in Einsatz. In der dritten, also der letzten Woche dieses Raumes, waren weniger Teilnehmer*innen anwesend als in den ersten beiden. Nun arbeitete jeder Studierende mit einem oder höchstens zwei Teilnehmer*innen. Dies war anfangs etwas problematisch, da wir den Eindruck hatten, die Teilnehmer*innen fühlten sich unter Druck gesetzt und konnten sich weniger konzentrieren, wenn sie dauerhaft beobachtet wurden. Deshalb haben wir sie öfter alleine arbeiten lassen und haben uns währenddessen im Raum umgesehen.
Insgesamt waren wir alle in unserem Raum begeistert von diesen ersten drei Wochen. Wir konnten uns sehr gut auf die jeweiligen Teilnehmer*innen einstellen und sie auch auf uns. Alle waren motiviert, hatten Spaß und die meisten kamen wieder. Auch innerhalb unserer Gruppe lief alles reibungslos, wir haben super zusammengearbeitet und uns gegenseitig unterstützt. So kann es in den nächsten Wochen weitergehen, wir freuen uns darauf!
Noch ein Tipp: Bei unserem Eingangsproblem ist die Wahrscheinlichkeit, den Preis zu gewinnen, höher, wenn man vom gewählten Becher auf den noch übrigen Becher wechselt...
In den ersten drei Wochen hat sich unser Raum mit Wahrscheinlichkeiten und allem, was dazu gehört, beschäftigt. Unsere Themen waren also Bruchrechnen, Baumdiagramme und einfachere sowie schwierigere Übungen zu Wahrscheinlichkeiten, die sogar ganz allgemein formuliert werden sollten.
In der ersten Woche waren wir alle noch sehr nervös, genauso wie unsere Teilnehmer*innen. Wir waren besorgt, was sie wohl von unserem Projekt und unseren Plänen halten würden. Obwohl wir uns schon vorher mit der/dem einen oder anderen unterhalten hatten, war das erste Zusammentreffen im Raum dennoch etwas holprig. Diese Spannung hat sich aber innerhalb weniger Minuten in Luft aufgelöst und alle waren sehr locker und entspannt. Am ersten Tisch unseres Raums durften die Teilnehmer*innen ein berühmtes Wahrscheinlichkeitsproblem nachstellen, das unter dem Namen des „Ziegenproblems“ bekannt ist. Hierfür wurden drei Becher verkehrt herum auf den Tisch gestellt. Nur unter einem war ein kleiner Preis, in unserem Fall ein Schokobon, versteckt. Die Teilnehmer*innen sollten auf einen Becher zeigen und ein anderer, leerer Becher, wurde aufgedeckt. Jetzt stellten wir ihnen die Frage, ob sie bei der Wahl ihres Bechers bleiben oder lieber wechseln wollten. Die wenigsten haben versucht, für das Problem eine mathematische Lösung zu finden, fast alle entschieden aus dem Bauch heraus.Am nächsten Tisch haben wir das Problem aufgelöst, bzw. wir haben es versucht. Hierbei wurde sehr schnell klar, wer sich schon einmal intensiver mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigt hatte und wem das alles komplett neu war. Daraufhin fiel es uns leichter, das Vorwissen der Teilnehmer*innen richtig einzuschätzen und mit ihnen andere Aufgaben anzugehen.
Wir hatten drei weitere Stationen in unserem Raum aufgebaut. An der ersten wurden grundlegendere Sachen wie das Bruchrechnen oder auch Grundrechenarten geübt. An der zweiten wurden erste Berechnungen zu Wahrscheinlichkeiten vorgenommen mithilfe von Münzen, Würfeln und Spielkarten. Am letzten Tisch haben wir schwierige Übungen vorbereitet, bei denen vom Ziegenproblem auf noch komplexere und allgemeinere Aufgaben geschlossen werden sollte.
Für unseren Raum hatten wir zwar im Voraus alles genau geplant, uns wurde allerdings schnell klar, dass wir unseren Plan das eine oder andere Mal über den Haufen werfen müssen. Sehr hilfreich waren unsere vorbereiteten Arbeitsblätter, da wir Studierenden nicht nur am vorgesehenen Tisch gearbeitet haben, sondern sehr flexibel vom einen zum anderen Tisch gewandert sind oder uns für bestimmte Teilnehmer*innen andere Übungsblätter besorgt haben. Es war sehr schwierig, Teilnehmer*innen zu einem anderen Tisch zu schicken, um mit einfacheren Übungen zu beginnen, weshalb wir jeweils auf andere Aufgabenblätter zurückgegriffen haben, um mit ihnen am gleichen Tisch weiterzuarbeiten.
Insgesamt war die Stimmung schon nach wenigen Minuten sehr ausgelassen, es herrschte kein Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern es war eher ein Miteinander-Lernen. Das eine oder anderen Mal sind wir vom Thema abgewichen, es wurde nicht ausschließlich über Mathematik geredet. Dabei kam es durchaus vor, dass uns ein*e Teilnehmer*in daran erinnert hat, mit unseren Aufgaben weiter zu machen. Dies zeigte uns wieder einmal deutlich, wie motiviert sie waren. Einige haben sogar nach Hausaufgaben gefragt, damit sie zu Hause weiter üben können und ein paar Teilnehmern gefiel es in unserem Raum so gut, dass sie in der nächsten Woche den Raum überhaupt nicht wechseln wollten, wie es eigentlich vorgesehen war. Aber da die Anzahl der Teilnehmer*innen in der zweiten Woche etwa gleichblieb, hatten wir auch die Kapazitäten, um mit diesen Leuten weiterhin in unserem Raum arbeiten zu können.
Unsere Vorgehensweise hat sich während der drei Wochen kaum verändert, am meisten wurde das Bruchrechnen geübt, sehr schwierige Aufgaben kamen nur ein bis zwei Mal in Einsatz. In der dritten, also der letzten Woche dieses Raumes, waren weniger Teilnehmer*innen anwesend als in den ersten beiden. Nun arbeitete jeder Studierende mit einem oder höchstens zwei Teilnehmer*innen. Dies war anfangs etwas problematisch, da wir den Eindruck hatten, die Teilnehmer*innen fühlten sich unter Druck gesetzt und konnten sich weniger konzentrieren, wenn sie dauerhaft beobachtet wurden. Deshalb haben wir sie öfter alleine arbeiten lassen und haben uns währenddessen im Raum umgesehen.
Insgesamt waren wir alle in unserem Raum begeistert von diesen ersten drei Wochen. Wir konnten uns sehr gut auf die jeweiligen Teilnehmer*innen einstellen und sie auch auf uns. Alle waren motiviert, hatten Spaß und die meisten kamen wieder. Auch innerhalb unserer Gruppe lief alles reibungslos, wir haben super zusammengearbeitet und uns gegenseitig unterstützt. So kann es in den nächsten Wochen weitergehen, wir freuen uns darauf!
Noch ein Tipp: Bei unserem Eingangsproblem ist die Wahrscheinlichkeit, den Preis zu gewinnen, höher, wenn man vom gewählten Becher auf den noch übrigen Becher wechselt...
20. Mai 2016
Das gehört wohl leider auch dazu :-(
Zwei engagierte Teilnehmer, Foday und Muhammad, wurden laut eines Artikels im Reutlinger Generalanzeiger Hals über Kopf nach Italien abgeschoben.
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